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Use Case

Heimspeicher automatisch nach Strompreis laden und entladen

Dynamische Stromtarife wie aWATTar HOURLY oder Tibber ermöglichen es, den Ladevorgang deines Batteriespeichers auf die günstigsten Stunden des Tages zu verschieben — vollautomatisch, ohne manuelle Eingriffe. Gridweaver liefert die Entscheidungslogik als einfache API.

Das Problem mit statischen Ladezeiten

Viele Heimspeicher laden nachts zu einer festen Uhrzeit — unabhängig davon, ob der Strom gerade 8 Cent oder 32 Cent pro kWh kostet. Im deutschen Spotmarkt schwanken die Preise täglich um den Faktor 3–5. Wer nicht reagiert, verschenkt Geld.

Mit §14a EnWG-konformen dynamischen Tarifen darf der Netzbetreiber in Spitzenlastzeiten die Leistung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen drosseln. Das bedeutet umgekehrt: Wer flexibel lädt, zahlt weniger Netzentgelt und bekommt günstigere Tarife.

Wie Gridweaver den Speicher steuert

Dein lokales Polling-Skript fragt alle 5–15 Minuten die Gridweaver Decision API an und übergibt dabei drei Parameter: Kapazität, aktuellen Ladestand (SoC) und maximale Laderate. Die API antwortet mit einer von drei Empfehlungen:

CHARGE_NOW

Preis günstig — Akku laden

DISCHARGE_NOW

Preis hoch — Netz entlasten

WAIT

Preis normal — nichts tun

Eine eingebaute Hysterese-Sperre (60 Minuten) verhindert schnelles Hin- und Herschalten, das Akkus belastet und Netzgebühren erhöht.

Integration mit Home Assistant und evcc

Gridweaver lässt sich in wenigen Minuten in bestehende Smarthome-Systeme integrieren. In Home Assistant kannst du perrest_command oder einem Shell-Skript die API abfragen und das Ergebnis als Helfer-Entity verwenden, der eine Automatisierung auslöst.

In evcc (Electric Vehicle Charge Controller) kannst du über den plancharge-Mechanismus oder einen externen Trigger auf die API-Empfehlung reagieren.

Unterstützte Speichersysteme (via Modbus/SunSpec oder Hersteller-API): BYD Battery-Box, Pylontech, SMA Sunny Boy Storage, Fronius Symo GEN24, Sungrow SBR, RCT Power und alle Systeme, die über Home Assistant oder evcc eingebunden sind.

Beispiel: Shelly-Skript für direktes Relais-Schalten

Für einfache Setups mit einem Shelly-Gerät an der Ladeleitung existiert ein fertig konfigurierbares Polling-Skript im Repository:

Shell
# templates/shelly-local/poll.sh
# Alle 5 Minuten: API fragen, Relais schalten
while true; do
  ACTION=$(curl -s -H "Authorization: Bearer $API_KEY" \
    "https://gridweaver.de/api/v1/decision?capacity=10&soc=$SoC&rate=3.7" \
    | grep -o '"action":"[^"]*"' | cut -d'"' -f4)
  
  [ "$ACTION" = "CHARGE_NOW" ] && shelly_on || shelly_off
  sleep 300
done

Mögliche Ersparnis

Bei einem 10-kWh-Speicher und einem durchschnittlichen Preisunterschied von 8 ct/kWh zwischen Lade- und Entladezeit ergibt sich eine potenzielle Jahresersparnis von 80–150 € pro Jahr — ohne Investition in neue Hardware, allein durch optimiertes Timing. Bei größeren Speichern (20+ kWh) und volatilen Börsentagen mit Preisspitzen über 40 ct/kWh kann die Ersparnis deutlich höher ausfallen.

Hinweis: Ersparnisangaben sind Schätzwerte auf Basis historischer aWATTar-Daten 2024/2025. Keine Finanzberatung.